Ulfs Blog

Lesenswert (122)
10.4.2019, 19:00

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André Tautenhahn schreibt auf seinem TauBlog darüber, dass es nicht ausreicht, mehr Wohnungen zu bauen, um die Mieten zu senken oder wenigstens den Anstieg zu bremsen. Der Grund liegt darin, dass in einem Klima der Mieterhöhungen die Mieten für durch Umzug freigewordenen Wohnungen deutlich erhöht werden.

Der Punkt bei den angestrebten (und sowieso nicht erreichten) Enteignungen der großen Wohnungskonzerne ist ja auch nicht, was die Kritiker als Strohmann bekämpfen, dass dadurch keine neuen Wohnungen gebaut würden, sondern, dass die Bestandsmieten nicht (weiter) erhöht werden (bzw. wieder gesenkt werden).

Gerade die großen Konzerne sanieren gerne überflüssigerweise (siehe dazu die Nachdenkseiten). Danach werden die Mieten teils drastisch erhöht (was der Zweck der Sanierung ist). Bei Vonovia kommt hinzu, dass auch über die Nebenkostenabrechnung noch abgezockt wird.

Vonovia weist einen Gewinn von 2,4 Mrd. Euro aus und schüttet eine Dividende von mehr als 680 Mio. Euro aus. Bei rund einer halben Million eigener (und verwalteter) Wohnungen macht das 400€ Gewinn pro Monat und Wohnung, sowie mehr als 100€ Dividende pro Monat und Wohnung. Gewinn ist übrigens das, was nach Abzug der Kosten, also Personal-, Renovierungs- und Erhaltungskosten, übrig bleibt. Man könnte also sagen, dass die Mieten nach einer Vergesellschaftung im Schnitt um 400€ monatlich gesenkt werden könnten!

Update 11.4.2019

Auf Blickpunkt WiSo widerlegt Patrick Schreiner die bisher vorgebrachten Argumente gegen eine Enteignung von Wohnungskonzernen. Insbesondere das Argument, dass mit dem Entschädigungsgeld besser Wohnungen gebaut werden sollten, gilt nicht, weil dem kreditfinanziertem Entschädigungsgeld die Wohnungen im wenigstens gleichem Wert gegenüberstehen. Kredite für zusätzliche Wohnungen wären davon nicht betroffen.