Ulfs Blog

18.5.2020, 19:30

Flatten the Curve

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Ein erstes Propagandanarrativ, was von den Medien zu Beginn des »Lockdowns« verbreitet wurde, war das Abflachen der Kurve. Selbstverständlich wurde es auf englisch verbreitet. Dazu gab es ein – fast immer gleiches – Bild, dass eine symmetrische hohe Kurve zeigt (hier sieht es wie eine Sinus-Kurve aus), welche überlagert wird durch eine meist halb so hohe und dafür mehr als doppelt so breite Kurve, die knapp unter einem Strich blieb.

Die gezeigten Kurven waren zu keiner Zeit realistisch (die Symmetrie ist schon falsch). Nimmt man das SIR-Modell (auf das anscheinend die Berechnungen der Virologen beruhen), dann kann man die Herdenimmunität berechnen, die in den Medien auf 66% geschätzt wurde.

66 % R 0 1 R 0 R 0 3

Mithilfe der Differentialgleichungen des SIR-Modells kann man außerdem das Maximum der Kurve der Infizierten I bestimmen:

max t 0 I ( t ) = N R 0 1 ln R 0 R 0 N 0,3

D. h. basierend auf dem (kritikwürdigen!) SIR-Modells und der (geschätzten!) Basisreproduktion 3 von Corona-SARS-2 wäre zum Höhepunkt der Krankheitswelle ca. 30% der Bevölkerung krank.

Gehen wir von ca. 15% der Infizierten aus (der Wert basiert vermutlich auf einer eher kleinen Dunkziffer von symptomlosen Infizierten), die intensivmedizinisch betreut werden müssen. Dann wären dies bei 82 Millionen Menschen in Deutschland ca. 3,7 Millionen Patienten. Bei ca. 25 Tausend Intensivstationsbetten zeigt sich, dass die Kurve nicht »halbiert« werden muss, sondern auf weniger als 1/100 reduziert werden muss. Dementsprechend müsste die Zeitdauer aber auch mehr als verhundertfacht werden!

Allerdings liegt dem ganzen Verfahren sowieso ein kapitaler Denkfehler zugrunde. Man kann durch Maßnahmen (sinnvoll oder nicht) nicht einfach »die Kurve« skalieren! Man kann dadurch – wenn man von der Richtigkeit des Modells überzeugt wäre – nur die Konstanten ändern (sie wären dann nicht mehr konstant, aber wir tun so, als ob wir das Modell wechseln). Dadurch ändert sich aber die Form der Funktionskurve I.

Wir können mit den bekannten Formeln von oben natürlich zurückrechnen, welche Basisreproduktionszahl man annehmen müsste, um das Maximum auf 0,03% zu drücken. Dies geht mit numerischen Lösungsverfahren, die z. B. WolframAlpha zur Verfügung stellt. Man erhält R01,025. Das ist schon so nahe an 1, dass man sich fragt, warum man die Maßnahmen nicht so anlegen kann, dass R0 deutlich kleiner wird als 1!

Dies führt am Ende zum Schluss, dass man eine »Durchseuchung« eigentlich verhindern möchte. D. h. man möchte keine Kurve abflachen – man möchte einfach keine neuen Infizierten mehr haben! Es sieht heute so aus, als ob dies mit den Maßnahmen von Anfang März (die späteren hatten keinen Einfluss auf den Knick in den Zahlen der festgestellten Neuinfektionen) – Verbot von Großveranstaltungen und allgemeine Hygieneregeln – möglich ist.